Konstantia Gourzi: Composer in Residence 2020

MUSIK, DIE BEWEGT

Composer in Residence 2020

Grafeneggs eindrucksvolle Reihe an Persönlichkeiten, die dem Festival als Composer in Residence verbunden sind, ist um eine Facette reicher. Das Augenscheinlichste ist, dass mit Konstantía Gourzí erstmals eine Frau diese Position einnimmt. Es gibt aber weit mehr Bemerkenswertes. In besonderem Maße prägend ist für sie die Auseinandersetzung mit ihrer griechischen Herkunft. Ihre rege Erfahrung als Dirigentin hat sie zu einer Komponistin gemacht, die immer auch das Publikum im Blick hat.

Konstantía Gourzí, die unter anderem Auftragswerke für das Lucerne Festival, die Staatsopern in München und Berlin oder den Bayerischen Rundfunk geschrieben hat, wuchs in Athen auf, wo sie Klavier studierte. Die folgenden Berliner Lehrjahre galten dem Komponieren und Dirigieren und sollten für ihren künstlerischen Weg bestimmend sein: Einerseits nahm sie an den Diskursen des internationalen Musikschaffens teil, andererseits ließ sie in dieser Zeit fast keine Probe der Berliner Philharmoniker aus, wo sie sich bei Pult-Legenden wichtige Anregungen holte. Mit Claudio Abbado und György Kurtág arbeitete sie in dieser Zeit eng zusammen. Abbados Beispiel folgend hat sie schon früh wichtige Initiativen zur Stärkung und Institutionalisierung der zeitgenössischen Musik gesetzt und seitdem zahlreiche Ensembles aus der Taufe gehoben. Als Professorin an der Hochschule für Musik und Theater in München begründete sie das «ensemble oktopus für musik der moderne» und das Netzwerk und Ensemble «opus21musikplus», mit denen sie die Absicht verfolgt, Neue Musik mit anderen Kunstformen und Musikrichtungen korrespondieren zu lassen und somit weiterzuentwickeln.

Musikalische Grenzen zu überwinden und dadurch neue Verbindungen herzustellen ist ein Anliegen, das Konstantía Gourzí als Komponistin und Dirigentin gleichermaßen ausmacht. Als Komponistin setzt sie gerne musikalische Traditionen miteinander in Beziehung – von den Gesängen Byzanz’ bis zu den Klangkonzepten der internationalen Avantgarde. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Suche nach geeigneten Aufführungsformen, die es dem musikalischen Werk ermöglichen, sich im wörtlichen Sinn Raum zu schaffen und einen Platz im Herzen der Zuhörerinnen und Zuhörer zu finden. In diesem Zusammenhang hat sie auch den Begriff «Konzert in Bewegung» geprägt: Musik, die sich auf das Publikum zubewegt und es selbst bewegt. Konstantía Gourzí ist eine Komponistin und Dirigentin, die Räume einbezieht, Räume weitet, gegebenenfalls auch Räume sprengt. Man darf gespannt sein, wie sie sich Grafenegg als Ort und Raum erschließen wird.

 

KOMPONIERZIMMER IM GARTENPAVILLON   

Samstag, 15. August
15.30 Uhr

Eröffnung

 

16., 20. – 23. August
14.30 – 18.00 Uhr
geöffnet

KONSTANTÍA GOURZÍ IN GRAFENEGG

Freitag, 14. August 2020 19.30 Uhr ∙ Wolkenturm

Festival-Eröffnung
«Messages from the Universe» Eröffnungsmusik,
Auftragswerk des Grafenegg Festival (Uraufführung)

Samstag, 15. August 2020

16.30 Uhr ∙ Schlosshof
Prélude
«Paharión, the Red Angel in the Garden of las Huelgas»
Fünfzehn Dialoge zwischen Ost und West
Konzert in Bewegung für Schola Antiqua, Byzantinischen Gesang, Ney, Klarinette,
Bassklarinette, Violine und Lyra

Sonntag, 16. August 2020

16.30 Uhr ∙ Schlosshof
Prélude
Streichquartett Nr. 2 «P-ILION, neun fragmente einer ewigkeit» op. 33/2

Samstag, 22. August 2020

16.30 Uhr ∙ Auditorium
INK STILL WET Abschlusskonzert

18.00 Uhr ∙ Reitschule
Künstlergespräch & Einführung
mit INK STILL WET-Teilnehmerinnen und
Teilnehmern und Konstantía Gourzí

19.30 Uhr ∙ Wolkenturm
Abendkonzert
KONSTANTÍA GOURZÍ
Concerto für Trompete und Orchester,
Auftragswerk des Grafenegg Festivals (Uraufführung)

Sonntag, 6. September 2020 16.30 Uhr ∙ Schlosshof
Prélude
Werke von Konstantía Gourzí, Bill Douglas, und Paul Schoenfield

 

 

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