Reitschule im Schlosspark.

Reitschule

Reitschule © Lisa Edi

Der historische Gebäudekomplex der Reitschule, bestehend aus der eigentlichen Reithalle und den umgebenden Zweckgebäuden wie Marstall, Remise und Sattelkammer, wurde in den 1840er Jahren im klassizistischen Stil errichtet – zu einer Zeit, als auch das Schloss unter Leitung des bekannten Architekten Leopold Ernst umgebaut wurde. In Grundriss und Gestaltung war das Gebäude also ein Zweckbau für die Arbeit mit Pferden, und noch heute sind die marmornen Pferdetränken sichtbar, die die ehemalige Funktion des Gebäudes offenbaren.

Während der Kriegsjahre beschädigt und in der Nachkriegszeit verfallen, wurde die Reitschule im Jahr 1978 renoviert, wobei die Traufe um gut einen Meter tiefer gesetzt und damit die Kubatur des Hauptsaals wesentlich verringert wurde.

Im Lauf der Zeit wurde die Reitschule für verschiedene Zwecke genutzt, darunter auch als Kammermusiksaal, in dem regelmäßig internationale Musiker:innen konzertierten. Das erste Konzert mit Rudolf Buchbinder fand am 1. September 1985 in der Reitschule statt: Buchbinder spielte mit dem damals noch sogenannten Niederösterreichischen Tonkünstlerorchester unter der Leitung von Heinz Wallberg. Am Programm stand Musik von Ludwig van Beethoven: die Egmont-Ouvertüre, das 5. Klavierkonzert und die 5. Symphonie.

Historische Ansicht der Reitschule
Historische Ansicht der Reitschule © Grafenegg

Anlässlich der notwendigen Neuerrichtung der Dachkonstruktion bot sich nun die Chance, in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt eine Neuinterpretation der historischen Dachform herzustellen. Die historische Reitschule wurde zwischen Herbst 2024 und Frühjahr 2026 einer umfassenden Modernisierung unterzogen und erhielt in diesem Zuge wieder ihre ursprüngliche Höhe, wodurch es möglich wurde, das neu entstandene Raumvolumen auf zwei Ebenen aufzuteilen: ein Kammermusiksaal im ersten Stock und ein großzügiges Foyer im Erdgeschoss. So kann Grafenegg als Musikstandort vielseitigen künstlerischen Ansprüchen gerecht werden und auch den Besucher:innen ein noch schöneres Konzerterlebnis bieten. Das Erdgeschoss wurde mit dem benachbarten Auditorium und dem Park verbunden, um den Besucher:innen ein erweitertes Foyer zu bieten, das für verschiedene Zwecke genutzt werden kann. Hier gibt es Platz für Empfänge oder Seminare sowie ein Besucherfoyer für eine kleine Verschnaufpause an einem heißen Sommertag. 

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