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Geschichte

300 Jahre Parkgeschichte – vom Barocken Garten zum Arboretum.

Der erste Garten in Grafenegg war ein streng geometrischer barocker Sterngarten westlich des Schlosses, der wohl ab der Mitte des 17. Jahrhunderts entstand, zusammen mit einer prächtigen Allee aus Linden, die vom Sterngarten nach Osten verläuft. Große Teile des restlichen Parks bestanden damals noch aus Feldern und Weinbergen. Das Ideal einer solchen barocken Pflanzung, die wir in allen damaligen Gärten finden, war die Umsetzung der Idee des Absolutismus – wohlgeordnet, streng symmetrisch, künstlich – eingebunden in das hierarchische System von Denk- und Herrschaftskategorien. Gerne waren solche Gärten um einen Mittelpunkt angeordnet, der natürlich für den absolutistischen Herrscher stand.

Der große und entscheidende Einschnitt in den Schlosspark Grafenegg, der sein Aussehen nachhaltig prägte, war die Erneuerung des Schlosses im historisierenden Stil Mitte des 19. Jahrhunderts. Gleichzeitig begann die Umwandlung des Schlossparks in ein Arboretum: Eine Sammlung von Bäumen aus aller Welt, die sowohl den Geist der Kolonialzeit widerspiegeln, als auch  durch die natürlich wirkende Gestaltung – ihre Wurzeln im englischen Landschaftsgarten erkennen lässt. So konnte man damals – einer Liste aus dem Jahre 1910 zufolge  allein 193 verschiedene Nadelgehölze auf den nunmehr spielerisch geschwungenen Wegen besuchen. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs und noch weit über das Ende des Zweiten Weltkriegs hinaus, verwilderte der Park zusehends. Erst in jüngerer Geschichte setzten Pflegemaßnahmen ein, die 2008 in einem Revitalisierungsprojekt ihren Höhepunkt fanden. Bei Spaziergängen durch den Park heute werden 300 Jahre Parkgeschichte sicht- und spürbar!