«Meet the artist» Aaron Pilsan
Künstler:innenportraitVeröffentlicht: 05/03/2026
Der österreichische Pianist Aaron Pilsan hat sich längst als eine feste Größe in der internationalen Klassikszene etabliert. Er begeistert mit technischer Brillanz und tiefgründigen Interpretationen. Beim Osterkonzert 2026 bringt er gemeinsam mit dem Tonkünstler-Orchester und Reinhard Goebel Franz Xaver Mozarts Klavierkonzert Nr. 2 zum Klingen.
Lernen Sie Aaron Pilsan vorab näher kennen! In einem spannenden Interview gibt er Einblicke in seine musikalische Reise sowie Herausforderungen und Momente, die ihn geprägt haben.
«Ich freue mich sehr darauf, diese positive, unterhaltsame und energiegeladene Musik zum Publikum zu bringen und ihre Leichtigkeit mit Tiefe zu verbinden. Für mich geht es darum, nicht nur technische Brillanz zu zeigen, sondern Spannung, Charakter und Klarheit hörbar zu machen.»
5 Fragen an Aaron Pilsan
Sie stammen aus einer nicht-musikalischen Familie und haben früh Widerstände erlebt.
Was hat Ihnen in Phasen der Frustration die Kraft gegeben, dennoch konsequent an Ihrer musikalischen Vision festzuhalten?Es gab Momente, in denen Menschen in meinem Umfeld meine Entscheidung, die Musik ernsthaft zu verfolgen, nicht vollständig verstanden. Ich wurde oft mit anderen verglichen oder auf subtile Weise infrage gestellt. Das kann entmutigend sein, besonders in jungen Jahren. Dennoch hatte ich das Glück, zu Hause ein stabiles Umfeld zu haben, auch wenn mein Weg ihnen fremd war.
Was mir am meisten geholfen hat, war Klarheit. Ich wusste, dass Musik nicht nur ein Interesse war, sondern etwas Essenzielles für mich. Irgendwann erkennt man, dass nicht jeder deiner Vision zustimmen muss. Du musst lediglich selbst die Verantwortung dafür übernehmen.
Frustration verschwindet nie ganz. Aber Disziplin und Beständigkeit sind stärker als Zweifel. Wenn du wirklich an etwas glaubst, musst du bereit sein, dafür einzustehen – auch wenn es sich unbequem anfühlt.
Ein Wendepunkt in Ihrer Laufbahn war die Entscheidung, von herausragenden Musiker:innen weltweit zu lernen.
Wie haben diese Begegnungen Ihre Art zu musizieren nachhaltig geprägt?Irgendwann verstand ich, dass es mein Wachstum begrenzen würde, im gleichen Umfeld zu bleiben. Also brachte ich mich bewusst in Situationen, die herausfordernd waren – arbeitete mit Musikern, die ich bewunderte und respektierte.
Was mich am meisten beeindruckte, war, wie unterschiedlich sie an das Klavier herangingen. Manche konzentrierten sich intensiv auf den Klang, andere auf Struktur oder Stille. Doch sie alle hatten eines gemeinsam: absolute Ehrlichkeit gegenüber der Musik. Nichts war oberflächlich.
In einem solchen Umfeld zu sein, verändert dich. Es zwingt dich, deine Gewohnheiten zu hinterfragen und präziser zu werden – nicht nur technisch, sondern auch künstlerisch.
Gleichzeitig wurde ich nie dazu ermutigt, jemanden zu imitieren. Ich wurde dazu ermutigt zu denken. Aufmerksamer zuzuhören. Verantwortung dafür zu übernehmen, was ich am Klavier sagen möchte.
Dieses Gleichgewicht zwischen Disziplin und Freiheit prägt mich bis heute – ob ich klassisches Repertoire interpretiere, improvisiere oder an neuer Musik arbeite. Ich habe verstanden, dass Tradition nichts ist, was man kopiert, sondern etwas, das man auf eigene Weise weiterführt.
Neben Ihrer internationalen Konzerttätigkeit haben Sie mit dem «Piano Mastery System» eine eigene Übemethodik entwickelt.
Inwiefern beeinflusst diese Herangehensweise heute Ihre Vorbereitung auf Konzerte?Ich weiß natürlich, dass nicht jede:r ein:e Konzertpianist:in werden muss. Deshalb habe ich irgendwann angefangen, Dutzenden von Amateurpianist:innen und angehenden Pianist:innen zu helfen, ihre Traumstücke ohne Schmerzen und frustrierende Übesessions zu meistern.
Meine Vision ist es da, Menschen wie dir zu helfen, aus dem Alltag rauszukommen und was zu tun, was dir wirklich eine ganz neue Welt eröffnet und was du liebst. Ich will dir helfen, eine solide Grundlage fürs Klavierspiel aufzubauen, nicht nur, damit du besser wirst, sondern auch dass du mehr Spaß dran hast.
Stell dir mal vor, du könntest deine Lieblingsstücke selbstbewusst vorspielen, im Familien- oder Freundeskreis und wie es wäre, wie du dich dabei fühlst, wenn du diese großen Stücke erst einmal gemeistert hast.
Es ist ja auch erwiesen, dass Musik wirklich unglaubliche Vorteile fürs Gehirn hat. Es wurde sogar mal gezeigt, dass es zu den effektivsten Methoden gehört, um Alzheimer vorzubeugen.
Mit meiner Academy habe ich es geschafft, einen wunderbaren Austausch zwischen mir und den Mentees herzustellen, wo wir uns gegenseitig inspirieren und weiterbringen. Das ist es, was eben so bedeutungsvoll ist, da im Austausch zu sein.
Es geht nicht nur um die Musik – es geht um das, wie die Musik dein Gehirn trainiert, dich mit deinen Emotionen verbindet und mit anderen Menschen.
Zu Ostern werden Sie in Grafenegg ein Klavierkonzert von Mozart spielen, allerdings nicht von Wolfgang Amadeus:
Was können Sie uns über den Komponisten und sein Werk verraten?Ich liebe an dieser Musik die echte Virtuosität, ihre Eleganz und zugleich die Sinnhaftigkeit der Form. Alles ist brillant, aber niemals leer – jede Passage hat Richtung und Bedeutung.
Worauf freuen Sie sich besonders bei diesem Konzert?
Ich freue mich sehr darauf, diese positive, unterhaltsame und energiegeladene Musik zum Publikum zu bringen und ihre Leichtigkeit mit Tiefe zu verbinden. Für mich geht es darum, nicht nur technische Brillanz zu zeigen, sondern Spannung, Charakter und Klarheit hörbar zu machen.
Grußbotschaft von Aaron Pilsan
Aaron Pilsan's Selection
Diese Playlist folgt keiner anderen Logik, als dass ich diese Stücke öfter gehört habe als alles andere! Diese Aufnahmen haben mich in guten und schlechten Phasen, im Alltag, bei der Arbeit und auf Reisen begleitet.