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«Meet the artist» Pablo Sáinz-Villegas

Künstler:innenportrait
Pablo Sáinz-Villegas

Veröffentlicht: 01/07/2026

Der spanische Gitarrist Pablo Sáinz-Villegas begeistert mit seiner mitreißenden Musikalität und seiner virtuosen Technik weltweit und setzt die Tradition der klassischen Gitarre auf eindrucksvolle Weise fort. Am 11. Juli ist er im Rahmen der «Fiesta Española» in Grafenegg zu erleben und verspricht einen unvergesslichen Konzertabend voller Klangfarben und Emotionen.

Lernen Sie Pablo Sáinz-Villegas bereits vorab näher kennen! In einem exklusiven Interview spricht er über sein künstlerisches Wirken und gibt spannende Einblicke in das Konzert in Grafenegg.

«What I hope visitors experience in Grafenegg is not simply a concert, but a moment of connection. The setting is extraordinary, the music is extraordinary, and I look forward to sharing an evening of beauty, emotion and celebration together.»
Pablo Sáinz-Villegas über «Fiesta Española»

6 Fragen an Pablo Sáinz-Villegas

#1

Sie werden als «weltweiter Botschafter der spanischen Gitarre», als Nachfolger von Andrés Segovia und als «Meister der Gitarre» gefeiert.

Was bedeuten Ihnen solche Beschreibungen persönlich?

Ich nehme solche Beschreibungen mit Dankbarkeit und Verantwortungsbewusstsein entgegen. Andrés Segovia hat einen Weg geebnet, der die Geschichte unseres Instruments verändert hat. In einem Atemzug mit ihm genannt zu werden, ist etwas, das ich niemals als selbstverständlich betrachte. Was mir am wichtigsten ist, ist nicht ein Titel, sondern die Möglichkeit, durch Musik die Herzen der Menschen zu berühren und die Schönheit, die Poesie und die Menschlichkeit zu teilen, die die Gitarre zum Ausdruck bringen kann. Letztendlich geht es bei der Musik nicht um uns selbst, sondern um die Verbindung, die wir zu anderen herstellen, und darum, das Beste von uns selbst zu geben.

#2

Sie sind mit einigen der weltweit führenden Orchester aufgetreten, darunter das Chicago Symphony Orchestra und die Berliner Philharmoniker, unter Dirigenten wie Riccardo Muti und Kirill Petrenko.

Was bedeutet es für die Gitarre, auf diesen Bühnen im Mittelpunkt zu stehen, und welche Rolle kann das Instrument Ihrer Meinung nach heute in der Orchesterwelt spielen?

Jedes Mal, wenn die Gitarre auf der Bühne eines großen Orchesters erscheint, ist es für mich nicht nur ein Fest des Instruments selbst, sondern auch seiner Fähigkeit, Kulturen und Menschen miteinander zu verbinden. Die Gitarre wird oft mit Intimität und kleineren Veranstaltungsorten in Verbindung gebracht, doch sie verfügt über eine außergewöhnliche Ausdruckskraft, die in der Welt der Symphonie ebenso kraftvoll zum Tragen kommen kann.

Durch Auftritte mit Orchestern wie dem Chicago Symphony Orchestra oder den Berliner Philharmonikern und die Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Riccardo Muti und Kirill Petrenko habe ich erkannt, wie selbstverständlich die Gitarre ihre einzigartige Stimme in die Klangpalette eines Orchesters einbringen kann. Ihr Klang vermittelt ein Gefühl von Intimität, Wärme und Menschlichkeit, das die Erhabenheit des Orchesters auf ganz besondere Weise ergänzt.

Ich empfinde es auch als meine Verantwortung, die Präsenz der Gitarre in den großen Konzertsälen weiter auszubauen. Dank Pionieren wie Andrés Segovia hat das Instrument seinen Platz auf den großen Bühnen der Welt gefunden. Heute haben wir durch neue Kompositionsaufträge, Kooperationen und Auftritte die Möglichkeit, auf diesem Erbe aufzubauen und dem Publikum die bemerkenswerte Tiefe und Schönheit der Gitarre näherzubringen.

Letztendlich glaube ich, dass die Gitarre die einzigartige Fähigkeit besitzt, uns daran zu erinnern, dass selbst inmitten der größten musikalischen Besetzungen oft die intimste Stimme am direktesten zum Herzen spricht.

#3

Von Auftritten in der Carnegie Hall bis hin zu Konzerten vor mehr als 85.000 Zuschauern im Santiago-Bernabéu-Stadion:

Sie sind in über 40 Ländern aufgetreten und haben mit Orchestern wie den Berliner Philharmonikern und dem Chicago Symphony Orchestra zusammengearbeitet.

Wie haben diese internationalen Erfahrungen Ihren musikalischen Ausdruck geprägt?

Die Welt durch die Musik zu bereisen, war eines der größten Geschenke meines Lebens. Jedes Land, jedes Publikum und jede Zusammenarbeit hat mir etwas Neues über die menschliche Natur und über mich selbst beigebracht.

Was mich am meisten beeindruckt hat, ist, dass sich Kulturen zwar unterscheiden mögen, Emotionen jedoch universell sind. Ob bei Auftritten in New York, Tokio, Berlin, Buenos Aires oder in einem kleinen Dorf in Spanien: ich habe erlebt, wie Musik direkt zum Herzen spricht. Diese Erfahrungen haben mich zu einer offeneren und neugierigeren Musikerin gemacht. Sie haben mich dazu ermutigt, noch aufmerksamer zuzuhören, unterschiedliche Perspektiven anzunehmen und nach mehr Authentizität in meiner eigenen Stimme zu suchen.

Ich glaube, dass jede Begegnung Spuren in meinem künstlerischen Ausdruck hinterlässt. Der Musiker, der ich heute bin, ist die Summe aus Tausenden von Gesprächen, Freundschaften, Auftritten und gemeinsamen Momenten auf der ganzen Welt.

Pablo Sáinz-Villegas
Pablo Sáinz-Villegas © Recamara Producciones
#4

Sie haben ein Duo-Album mit Plácido Domingo, Yo-Yo Ma oder John Williams aufgenommen.

Was nehmen Sie aus solchen Begegnungen mit anderen großartigen Künstlern für Ihr eigenes musikalisches Schaffen mit?

Die Zusammenarbeit mit großartigen Künstler:innen ist immer eine Lektion in Menschlichkeit ebenso wie in Musik. Was mich am meisten inspiriert, ist nicht nur ihr außergewöhnliches Talent, sondern auch ihr Engagement, ihre Großzügigkeit und ihre Leidenschaft.

All diese Künstler verfügen über die unglaubliche Fähigkeit, Emotionen aufrichtig und mit Verletzlichkeit zu vermitteln. In der Gegenwart von Künstlern dieses Kalibers wird mir bewusst, dass Technik nur ein Werkzeug ist. Was das Publikum wirklich erreicht, ist Authentizität.

Ich hatte das Glück, im Laufe meiner Karriere mit bemerkenswerten Musiker:innen zusammenzuarbeiten, und jede Begegnung hat mich in derselben Erkenntnis bestärkt: Bei der Musik geht es letztendlich darum, zuzuhören und ganz im Moment zu sein. Anderen zuzuhören, uns selbst zuzuhören und darauf zu hören, was die Musik uns in diesem bestimmten Moment sagen möchte.

#5

Im Jahr 2006 haben Sie das gemeinnützige Projekt «The Legacy of Music Without Borders» ins Leben gerufen, das bereits über 45.000 Kinder und Jugendliche erreicht hat.

Welche Rolle kann Musik Ihrer Meinung nach dabei spielen, Menschen zusammenzubringen und den sozialen Wandel voranzutreiben?

Ich glaube, dass Musik die einzigartige Fähigkeit besitzt, uns an unsere gemeinsame Menschlichkeit zu erinnern. Sie überwindet Sprachbarrieren, kulturelle Unterschiede, politische Grenzen und gesellschaftliche Umstände. Sie ermöglicht es uns, einander nicht durch unsere Unterschiede, sondern durch unsere gemeinsamen Gefühle zu sehen.

Wenn ein Kind die Musik entdeckt, geschieht etwas Tiefgreifendes. Musik fördert Kreativität, Disziplin, Selbstvertrauen, Empathie und Hoffnung. Sie lehrt uns zuzuhören, und Zuhören ist eine der Grundlagen für eine mitfühlendere Gesellschaft.

Durch «The Legacy of Music Without Borders» habe ich miterlebt, wie Musik Leben verändern und Chancen schaffen kann, wo zuvor keine existierten. Ich glaube nicht, dass Musik allein alle Herausforderungen der Welt lösen kann, aber sie kann uns helfen, uns eine bessere Zukunft vorzustellen, und uns dazu inspirieren, sie gemeinsam zu gestalten.

#6

Worauf können sich die Besucher:innen Ihres Konzerts am 11. Juli in Grafenegg freuen?

Gibt es bestimmte Passagen im «Concierto de Aranjuez», die Ihnen persönlich besonders viel bedeuten?

Das «Concierto de Aranjuez» ist einer der großen Schätze des musikalischen Repertoires. Jedes Mal, wenn ich es aufführe, habe ich das Gefühl, es neu zu entdecken. Es birgt Freude, Nostalgie, Schönheit, Geheimnisvolles und ein tiefes Gefühl von Menschlichkeit.

Für mich ist das Adagio einer der bewegendsten Momente. Diese Musik hat etwas Zeitloses an sich, das direkt zur Seele spricht. Sie erinnert sowohl an die Zerbrechlichkeit als auch an die Widerstandsfähigkeit des menschlichen Geistes. Jede Aufführung wird zu einer einzigartigen emotionalen Reise, die ich mit dem Publikum teile.

Ich hoffe, dass die Besucher:innen in Grafenegg nicht nur ein Konzert erleben, sondern einen Moment der Verbundenheit. Die Kulisse ist außergewöhnlich, die Musik ist außergewöhnlich, und ich freue mich darauf, gemeinsam mit Ihnen einen Abend voller Schönheit, Emotionen und Feierlichkeit zu erleben.

    Pablo Sáinz-Villegas
    Sommerklänge Grafenegg präsentiert Sommerklänge
    11/07/2026 Sa
    20.00 Uhr

    Fiesta Española

    Tonkünstler-Orchester Niederösterreich · Fabián Panisello · Pablo Sáinz-Villegas 

    REVUELTAS / RODRIGO / PANISELLO / DE FALLA

    Grafenegg Wolkenturm Wolkenturm
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    84 | 72 | 61 | 49 | 43 | 35 | 22 | 15
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