Die Tonkünstler in Grafenegg
Sommer 2026Veröffentlicht: 11/06/2026
Die Tonkünstler in Grafenegg 2026
Haben Sie eine Sommerresidenz? Unsere Sommerresidenz ist Grafenegg, die wir mit zahlreichen Menschen teilen, die Jahr für Jahr in den famosen Schlosspark pilgern, um am Wolkenturm, im Auditorium und ab sofort auch im Rudolf Buchbinder Saal Musik zu hören, die Umgebung zu genießen und die Seele baumeln zu lassen. Und das Beste: Grafenegg hat ein eigenes Residenzorchester, das damit auch unseres ist – und Ihres, falls Sie auch nach Grafenegg kommen! Am 22. Juni 2007 bezog das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich mit der ersten Sommernachtsgala am Wolkenturm seinen Sommerspielort, 2026 residiert es zum 20. Mal in Grafenegg.
Am Eröffnungswochenende des Rudolf Buchbinder Saals gestalteten Ensembles des Orchesters im Rahmen des Tags der offenen Tür ein abwechslungsreiches Musikprogramm: vom Soloauftritt des Tonkünstler-Schlagwerkers Joachim Murnig über ein Streichquartett, ein Streichoktett und ein Bläserquartett bis zur Tonkünstler-Jazz-Combo mit Susanne Stockhammer. Am 11. und 12. Juni spielen die Tonkünstler mit ihrem Chefdirigenten Fabien Gabel die Sommernachtsgala, und am 21. Juni bringen Musiker:innen des Orchesters den Jüngsten und ihren Anverwandten beim Familientag die Freude an der Musik nahe.
An Rast, Ruh und Sommerfrische ist für die Tonkünstler freilich zu Beginn der wärmsten Jahreszeit (noch) nicht zu denken, am 27. Juni geben sie mit dem Pianisten Yaron Herman und Fabien Gabel das erste Konzert im Rahmen der Sommerklänge, und am 11. Juli feiern sie mit dem Dirigenten/Komponisten Fabián Panisello und dem Gitarristen Pablo Sáinz-Villegas eine «Fiesta española». Dazwischen begleiten die Tonkünstler am 3. und 4. Juli mit Karel-Mark Chichon die Mezzosopranistin Elīna Garanča bei ihren ersten Grafenegg-Konzerten. Ab 12. Juli genießt das Orchester für einige Wochen die wohlverdiente Sommerpause, bevor es im August zum Grafenegg Festival zurückkehrt und mit insgesamt vier Konzerten erneut seinen vielfältigen Verpflichtungen als Residenzorchester nachkommt.
Die Tonkünstler beginnen ihre Residenz beim 20. Grafenegg Festival mit Beethovens 1. Klavierkonzert mit dem Grafenegg-Debütanten Colin Pütz und Domingo Hindoyan, es folgen u. a. die österreichische Erstaufführung von Olga Neuwirths «Zones of Blue» mit dem Widmungsträger Jörg Widmann an der Klarinette, die konzertante Aufführung von Erich Wolfgang Korngolds Opern-Welthit «Die tote Stadt» unter der Leitung von Axel Kober mit Camilla Nylund, Eric Cutler und Samuel Hasselhorn in den Hauptrollen und als Finale ein Galakonzert mit Starsopranistin Asmik Grigorian, das Fabien Gabel leiten wird.
Vom klassischen Klavierkonzert über ein zeitgenössisches Konzertstück bis zur großen konzertanten Oper: Das Residenzorchester beweist einmal mehr seine Vielseitigkeit und stilistische Flexibilität.
Sommernachtsgala
Die Sommernachtsgala in Grafenegg zählt zu den schönsten Traditionen des Musiklandes Österreich. Zum Auftakt in die Saison präsentiert das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich unter der Leitung von Chefdirigent Fabien Gabel, der 2025 zu seinem offiziellen Amtsantritt zum ersten Mal die Sommernachtsgala leitete, ein ebenso prunkvolles wie abwechslungsreiches Programm, das mit der Ouvertüre zu Otto Nicolais «Die lustigen Weiber von Windsor» beginnt und mit dem Schlussduett aus dem ersten Akt von Giacomo Puccinis «La Bohème» endet. Als Solist:innen sind drei außergewöhnliche Künstlerpersönlichkeiten zu Gast: Die US-amerikanische Sopranistin Angel Blue, der aus der Ukraine stammende Tenor Bogdan Volkov sowie die in Salzburg geborene Cellistin Julia Hagen.
Familientag
Viele Musiker:innen des Tonkünstler-Orchesters sind seit der Gründung der Tonspiele regelmäßig als Musikvermittler:innen aktiv und geben ihr Wissen und die Faszination der Musik an ihr junges Publikum weiter. Am 21. Juni lädt Grafenegg unter dem Motto «Klangvolle Wasserwelt» zu einem unvergesslichen Tag voller Musik und Spaß für kleine und große Musikliebhaber:innen: Der sommerliche Park, das Schloss und die Bühnen von Grafenegg werden am Familientag zum Schauplatz für kreative Workshops, Mitmachstationen und Familienkonzerte.
Mit dem Programm «Frau Tropf taut auf» gestaltet das Tonkünstler-Orchester das Auftakt- und das Abschlusskonzert im Auditorium – für manche die erste Konzerterfahrung in einem großen Konzertsaal. Kinder und Jugendliche von 0 bis 13 Jahren sowie ihre Familien sind herzlich eingeladen, einen Tag voller Entdeckungen mit dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich zu genießen.
Summertime
Ein Sommerabend der zeitlosen Klassiker des Jazz und der Broadway-Musicals aus dem legendären «Great American Songbook»: Unvergessliche Melodien von u. a. George Gershwin, Cole Porter und Vincent Youmans haben ganze Generationen immer wieder aufs Neue begeistert und verzaubert. Der Komponist Patrick Zimmerli gestaltete seine «Songbook Impressions» aus fünf Welthits, für Klavier und Orchester extra arrangiert für den Jazzpianisten Yaron Herman, das Tonkünstler-Orchester und Fabien Gabel. Auch die große Filmgeschichte findet ihren Platz im Programm: Musik aus Alfred Hitchcocks «Vertigo», die der Komponist Bernard Herrmann zu einer packenden Suite destilliert hat, während Kurt Weills Broadway-Hit «Lady in the Dark» von Robert Russell Bennet in ein Symphonic Nocturne gegossen wurde. Der Konzertabend endet mit George Gershwins Symphonic Poem «An American in Paris».
Fiesta española
Am 11. Juli 2026 steht Spanien im Mittelpunkt der sommerlichen Musik in Grafenegg, jenes Zauberland, das auch der gebürtige Argentinier Fabián Panisello seit langer Zeit seine Heimat nennt. Der renommierte Komponist, Dirigent, Hochschulprofessor und Composer in Residence 2025 feiert mit dem Tonkünstler-Orchester eine «Fiesta Española», ein spanisches Fest. Es beginnt mit dem mexikanischen Komponisten Silvestre Revueltas, der in seinem Orchesterstück «Sensemayá» tief eintaucht in die Geschichte Mesoamerikas. Im Herzen Spaniens schwelgt der Komponist Joaquín Rodrigo mit seinem «Concierto de Aranjuez», der spanische Gitarrist Pablo Sáinz-Villegas zählt heute zu den idealen Interpreten. Die Uraufführung von Fabián Panisellos vielschichtiger Klangstudie «Crossing Lines» erlaubt danach einen tiefen Blick in einen faszinierenden musikalischen Mikrokosmos. Zum Finale: der Grandseigneur unter den iberischen Komponisten, Manuel de Falla. Er verwandelte spanische Folklore auf unnachahmliche Weise in herrliche Orchesterpracht. Die Handlung des Balletts «El sombrero de tres picos» (Der Dreispitz) führt in eine andalusische Stadt, die mit allerlei humorvoll gezeichneten Figuren bevölkert ist.
Das 20. Grafenegg Festival
Nach so viel Musik aus dem Süden gönnen wir dem Residenzorchester eine Verschnaufpause. Freilich nicht den ganzen restlichen Sommer: Schon Mitte August kehren die Tonkünstler für Konzerte an jedem Festivalwochenende zurück nach Grafenegg. Die Programme könnten abwechslungsreicher nicht sein: ein Klavierkonzert und eine große Symphonie, ein Generationentreffen zeitgenössischer Komponist:innen, die alle mit Grafenegg verbunden sind, Korngolds konzertante Oper «Die tote Stadt», und als fulminanter Abschluss ein Abend mit Starsopranistin Asmik Grigorian.
Colin Pütz und Domingo Hindoyan
«Im Klavierspiel von Colin Pütz verbinden sich technische Brillanz und Ausdruckskraft mit einer berührenden Natürlichkeit»,
erklärt Rudolf Buchbinder – und das nicht ohne Grund: Er selbst wählte den jungen deutschen Pianisten als Preisträger des renommierten Schweizer Klavierpreises Prix Serdang 2025 aus. Dass Pütz nun am ersten Festivalwochenende in Grafenegg debütiert, ist somit auch ein weiteres Zeichen der persönlichen Wertschätzung durch Grafeneggs künstlerischen Leiter. Am Programm steht Beethovens 1. Klavierkonzert, ein frühes, aber aufgrund seiner Dimensionen und Tiefe «ganz großes» Konzert, wie Buchbinder betont. Bei Tschaikowskis «Pathétique» erübrigt sich jeglicher Hinweis auf Größe und Ausdruckskraft, sie zählt schlicht zu den Meilensteinen der Musikgeschichte. Domingo Hindoyan, gefeierter Chefdirigent des Royal Liverpool Philharmonic Orchestra und designierter Musikdirektor der Los Angeles Opera, leitet das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich an diesem Konzertabend, der Anfang und Ende zweier Komponistenbiografien vereint.
«Zones of Blue»: Olga Neuwirth in Grafenegg
Das Tonkünstler-Orchester begegnet seit den Anfängen seiner Geschichte den Herausforderungen der zeitgenössischen Musik mit großer Neugier, Leichtigkeit und Spielfreude. Auf dem Programm am 21. August in Grafenegg steht ein Treffen der Generationen: Musik von Krzysztof Penderecki, des ersten Composers in Residence in Grafenegg, und von Olga Neuwirth, die 2026 als 20. diesen Titel trägt, stehen gemeinsam mit den neuesten Werken der Teilnehmer:innen des Composer-Conductor-Workshops «Ink Still Wet» im Mittelpunkt dieses Konzertabends. Das Tonkünstler-Orchester ist seit jeher als Werkstatt-Orchester ein kompetenter und stilistisch vielseitiger Partner für «Ink Still Wet». Aufstrebende Komponist:innen bekommen hier die Gelegenheit, eigene Werke einzustudieren und vor Publikum (ur)aufzuführen. Dabei erfahren sie, wie man eigene Ideen am besten in der Partitur ausdrückt, mit Musiker:innen ideal kommuniziert und die Probenzeit mit dem Orchester effizient nützt.
Als Solist der im Februar 2026 in München uraufgeführten Rhapsodie für Klarinette mit Orchester «Zones of Blue» von Olga Neuwirth ist der Composer in Residence 2014 aufgeboten, der Widmungsträger Jörg Widmann. Am Dirigentenpult steht der Composer in Residence 2017, Brad Lubman. Olga Neuwirths «Zones of Blue» entstand im Andenken an ihren 2023 verstorbenen Vater, Harald Neuwirth.
«Die tote Stadt»
Wie gehen Menschen mit Trauer und Traumata um? Darüber dachte auch der Psychoanalytiker Sigmund Freud nach, dessen Wirken sich um die vorletzte Jahrhundertwende ebenso in der Kunst niederschlug. «Die tote Stadt» erzählt die Geschichte von Paul, der um seine verstorbene Frau Marie trauert, sich in ihr Ebenbild Marietta verliebt und mit Vergangenheit und Zukunft ringt. Am Ende erkennt er, dass ihm die Zukunft offensteht und entscheidet sich für die Welt der Lebenden. Erich Wolfgang Korngolds Oper zählt zu den Höhepunkten der Musikgeschichte. Die farbenprächtig instrumentierte Partitur, die bereits auf den späteren Filmmusikkomponisten Korngold verweist, sowie Evergreens wie das Duett «Glück, das mir verblieb» und die Bariton-Arie «Mein Sehnen, mein Wähnen» sorgen seit der Doppel-Uraufführung 1920 in Hamburg und Köln für Begeisterung. In Grafenegg steht mit Axel Kober einer der gefeierten Operndirigenten unserer Zeit am Pult des Residenzorchesters, und auch Camilla Nylund als Marietta, Eric Cutler als Paul und Samuel Hasselhorn als Frank sorgen als ideales Trio für große, eindrückliche Opernmomente am Wolkenturm.
Das Tonkünstler-Orchester spielte in Grafenegg immer wieder konzertante Opern und Operetten – Hector Berlioz «La damnation de Faust» 2008, Ludwig van Beethovens «Fidelio» 2010, Carl Maria von Webers «Der Freischütz» 2017 sowie Franz Lehárs «Die lustige Witwe» 2018. Die Aufführung der «Toten Stadt» reiht sich damit ein in die Tradition der Tonkünstler als Opernorchester in Grafenegg.
Asmik Grigorian
Und nochmals große Oper: Richard Strauss’ Bühnenwerke wurden Welterfolge, die bis heute zu den Grundsäulen des Opernrepertoires weltweit zählen. So legendär wie die Partien sind auch die Sängerinnen, die in die umwerfenden weiblichen Titelrollen schlüpften. Beinahe über Nacht zum Weltstar sang und spielte sich etwa die litauische Sopranistin Asmik Grigorian als sensationelle Salome bei den Salzburger Festspielen 2018. Zu ihren jüngsten Erfolgen zählt Vincenzo Bellinis «Norma» am Theater an der Wien: In so weit voneinander entferntem Repertoire gleichermaßen zu reüssieren, das vermögen stets nur die größten Künstlerinnen. In Grafenegg singt Asmik Grigorian «Casta Diva», die Auftritts-Cavatine der Norma, und die große Schlussszene der Salome. Orchestrale Kontrapunkte zu Bellini und Strauss setzt das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich unter seinem Chefdirigenten Fabien Gabel – mit der Ballettmusik aus Giuseppe Verdis «Macbeth», dem kurzen, virtuosen Orchesterstück «Salomé» der französischen Komponistin Mél Bonis und mit «Fontane di Roma» von Ottorino Respighi, der den Zauber Italiens in orchestrale Pracht à la Richard Strauss kleidete.
Tonkünstler-Tag
Für Abonnent:innen der Tonkünstler an ihren Residenzen in Wien, Baden, Wiener Neustadt und Grafenegg beginnt die Musik am 4. September in Grafenegg bereits um 16 Uhr mit dem Tonkünstler-Tag. Junge Musiker:innen der Orchesterakademie stimmen exklusiv im Gartenpavillon auf das Abendkonzert ein, hinzu kommen Parkführungen und spezielle Erinnerungsgeschenke für die treuen Tonkünstler-Fans, die mit uns und unserem Residenzorchester gemeinsam den 20. Sommer in Grafenegg feiern.
Sommernachtsgala
Tonkunstler Orchestra · Angel Blue · Bogdan Volkov · Julia Hagen · Fabien Gabel
GALA PROGRAMME AT THE BEGINNING OF SUMMER
Sommernachtsgala
Tonkunstler Orchestra · Angel Blue · Bogdan Volkov · Julia Hagen · Fabien Gabel
GALA PROGRAMME AT THE BEGINNING OF SUMMER
Familientag
«Klangvolle Wasserwelt»11 – 17 Uhr
Kinder und ihre Familien sind eingeladen, einen musikalischen Tag rund um das Schloss Grafenegg zu verbringen!
Summertime
Tonkunstler Orchestra · Fabien Gabel · Yaron Herman
HERRMANN / GERSHWIN / PORTER / YOUMANS / WEILL
Fiesta Española
Tonkunstler Orchestra · Fabián Panisello · Pablo Sáinz-Villegas
REVUELTAS / RODRIGO / PANISELLO / DE FALLA
Tonkünstler-Orchester
Domingo HindoyanTonkunstler Orchestra · Domingo Hindoyan · Colin Pütz
BEETHOVEN / TSCHAIKOWSKI
«Zones of Blue»
Neuwirth in GrafeneggTonkunstler Orchestra · Brad Lubman · Participants of the composer conductor workshop «Ink Still Wet» · Jörg Widmann
ARAFAH / CHOI / GILLEROT / GODARD / KIM / PENDERECKI / NEUWIRTH
«Die tote Stadt»
Erich Wolfgang KorngoldTonkunstler Orchestra · Axel Kober · Eric Cutler · Camilla Nylund · Samuel Hasselhorn · u. a.
KORNGOLD
Tonkünstler-Orchester
Asmik GrigorianTonkunstler Orchestra · Fabien Gabel · Asmik Grigorian
RESPIGHI / BELLINI / VERDI / BONIS / STRAUSS