Eröffnung Rudolf Buchbinder Saal
Ein Wochenende, das Geschichte schreibtVeröffentlicht: 16/03/2026
Rudolf Buchbinder Saal in Grafenegg feierlich eröffnet
Im Rahmen eines Festakts – mit einer Festrede von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sowie musikalischen Darbietungen von Rudolf Buchbinder am Klavier, Sopranistin Camila Nylund und dem Steude Quartett, moderiert von Barbara Rett – wurde am 29. Mai 2026 der Rudolf Buchbinder Saal in Grafenegg feierlich eröffnet. Mit der Errichtung des neuen Konzertsaals, der in der Beletage der umfassend revitalisierten historischen Reitschule beheimatet ist, konnte das Kulturareal um eine zusätzliche hochkarätige Spielstätte erweitert werden: ein bedeutender Meilenstein in der Entwicklung Grafeneggs als internationaler Musikstandort.
«Mit dem Rudolf Buchbinder Saal setzt Niederösterreich ein kraftvolles Zeichen für Kunst und Kultur.», so Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. «Grafenegg wird damit einmal mehr zu einem Ort, an dem Tradition bewahrt und zugleich mutig in die Zukunft gedacht wird – ein kultureller Leuchtturm mit internationaler Strahlkraft.»
«Der Rudolf Buchbinder Saal komplettiert die Entwicklung Grafeneggs der letzten Jahrzehnte zu einem einzigartigen Kulturensemble. Das neue, markante Dach nimmt die historischen Proportionen auf, während großzügige Öffnungen dem Gebäude Leichtigkeit und Transparenz verleihen. So entsteht ein Ort von besonderer Ausstrahlung.»
Rudolf Buchbinder betont in seiner Dankesrede, dass man als Künstler viel Glück und Erfolg erfahre, aber «dass einem zu Lebzeiten ein Saal gewidmet wird – ein Ort der Musik, der Begegnung und der Zukunft, das ist etwas das tief ins Herz geht.» Er empfinde «vor allem eines: große Dankbarkeit! Dankbarkeit gegenüber einem Land, das Kultur nicht als Dekoration sondern als Teil seiner Identität versteht. Dankbarkeit gegenüber Menschen die Visionen nicht nur träumen sondern sie verwirklichen und Dankbarkeit gegenüber all jenen die Grafenegg über viele Jahre hinweg mitgetragen, mitgestaltet und geliebt haben.»
Transformation eines historischen Ortes
Die ursprünglich zwischen 1841 und 1845 errichtete Reitschule wurde bei der aktuellen Revitalisierung von Architekt Ernst Maurer neu interpretiert: Durch die Wiederherstellung der ursprünglichen Gebäudehöhe und die Neukonzeption der freitragenden Dachstruktur in Zollinger-Bauweise entstand ein optisch atemberaubendes, großzügig gestaltetes, einladendes zweigeschossiges Gebäude mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten.
Im Obergeschoss befindet sich nun mit dem Rudolf Buchbinder Saal ein exzellenter Raum für Kammermusik und intimere Musikformate. Großzügige Fensterflächen öffnen den Blick auf Schloss, Park und Wolkenturm und verbinden auf einzigartige Weise Landschaft und Klang. Das Erdgeschoss wurde gleichzeitig als offenes Foyer und Begegnungsraum neu gedacht und stärkt die Verbindung zwischen Auditorium, Park und Publikum. Damit entstand auch ein lebendiger Ort für Austausch und neue Veranstaltungsformate.
«Der neue Konzertsaal hebt die Kammermusik im wahrsten Sinne auf eine neue Ebene. Er bietet Ausblick über das einzigartige Ensemble von Grafenegg. Die beeindruckende Dachkonstruktion prägt den Innenraum und wirkt von außen harmonisch. Die neuen Räume im ebenerdigen Foyer ermöglichen mannigfaltige Bespielung und ergänzen das Angebot in Grafenegg sinnvoll.»
Ein Saal für die Musik von morgen
Der Rudolf Buchbinder Saal bietet aber nicht nur einen idealen Raum für Kammermusik und Solorecitals, sondern auch für innovative Konzertformate. Die Widmung an Rudolf Buchbinder würdigt sein Wirken als künstlerischer Leiter in Grafenegg und steht darüber hinaus auch symbolisch für die internationale Strahlkraft, die der Standort in den vergangenen Jahren durch Rudolf Buchbinders Engagement erreicht hat. Die Klangarchitektur im neuen Saal verantwortet das renommierte Münchner Ingenieurbüro Müller-BBM Building Solutions, das Grafenegg bereits beim Bau des Wolkenturms und des Auditoriums sowie Kulturbauten wie unter anderem das Sydney Opera House, den Wiederaufbau der La Fenice, das Haus für Mozart und die Felsenreitschule in Salzburg sowie die Opéra Bastille akustisch betreute. Die von den Klangarchitekten entworfenen Pyramiden zur Verfeinerung der Akustik prägen den Saal auch als optisches Gestaltungsmittel.
Grafenegg setzt ein kraftvolles Zeichen für die Zukunft: als Ort, an dem sich Geschichte und Gegenwart, Architektur und Natur sowie Tradition und Innovation zu einem einzigartigen Gesamterlebnis verbinden. Der neue Saal ist damit weit mehr als eine zusätzliche Spielstätte – er ist ein Raum für Begegnung, Inspiration und musikalische Exzellenz.
«Der Rudolf Buchbinder Saal bereichert Grafenegg entscheidend um eine zentrale Spielstätte. Der neue Raum schafft optimale Voraussetzungen für ein vielfältiges Programm und stärkt Grafenegg als internationalen Kulturstandort. Ich bedanke mich herzlich bei allen Mitwirkenden und freue mich auf die vielen bleibenden Erinnerungen, die hier entstehen werden.»
Auftakt zu einem besonderen Festivalsommer
Die Eröffnung des neuen Saals bildet zugleich den Auftakt für den Jubiläumssommer 2026, in dem Grafenegg sein 20. Festival feiert.
Erstmals wird der Rudolf Buchbinder Saal bereits am 6. und 7. Juni 2026 im Rahmen der European Chamber Music Academy von jungen, aufstrebenden Ensembles bespielt. Im Festival wurde eine neue Konzertreihe mit Nachmittagskonzerten ins Leben gerufen, die sich insbesondere Kammermusik und kleineren Besetzungen widmet, aber auch innovativen Konzertformaten Raum bietet, wie das erste Nachmittagskonzert am 15. August mit Joyce DiDonato beweist, die einen inszenierten Liedzyklus nach Gedichten von Emily Dickinson singen wird. Auf dem Programm der folgenden Samstagnachmittage stehen internationale Spitzenkünstler wie Sergei Dogadin und Daniil Trifonov, Gautier Capuçon mit seinem Ensemble Capucelli und Alexandre Kantorow. Sie spielen ein weit gefasstes Programm mit Musik von Ludwig van Beethoven bis zur Gegenwart.
«Der Rudolf Buchbinder Saal eröffnet Grafenegg neue künstlerische Perspektiven und schafft einen Raum für innovative Programmformate. Die neue Reitschule wird ein Ort des Dialogs zwischen Künstlerinnen und Künstlern und unserem Publikum – und damit ein wesentlicher Impulsgeber für die Weiterentwicklung Grafeneggs.»
Rudolf Buchbinder Hall
Festival 2026Programm
am EröffnungswochenendeTV-Übertragung
Fr. 29/05/2026 · 20.15 UhrORF III zeigt das besondere Eröffnungskonzert aus dem neuen Rudolf Buchbinder Saal mit dem Ausnahmepianisten Rudolf Buchbinder als TV-Premiere live-zeitversetzt ab 20.15 Uhr.
Live-Stream
Fr. 29/05/2026 · 19.15 UhrAuf der Plattform STAGE+ wird das besondere Eröffnungskonzert aus dem neuen Rudolf Buchbinder Saal als Live-Stream ab 19.15 Uhr gezeigt.