Grafenegg Festival 2026
Zum 20. Mal findet das Grafenegg Festival statt«2026 is a special summer: the Grafenegg Festival is taking place for the 20th time – an anniversary that fills us with pride and anticipation.»
Eröffnungswochenende
14/08 – 16/08/2026Rudolf Buchbinder eröffnet das 20. Grafenegg Festival mit Musik seines Lebenskomponisten: Ludwig van Beethovens «Chorfantasie» beginnt mit einem dramatischen Klaviersolo in düsterem c-Moll, das bei der Uraufführung während einer legendären Akademie im Theater an der Wien am 22. Dezember 1808 einst Beethoven persönlich spielte. Das ungewöhnliche und einzigartige Werk bleibt aber keine Klavierfantasie, es schleicht sich auf leisen Sohlen das Orchester dazu – an diesem denkwürdigen Abend das aus London angereiste Philharmonia Orchestra unter Cristian Măcelaru. Zuletzt setzt der Wiener Singverein zart mit den Worten «Schmeichelnd hold und lieblich klingen unsers Lebens Harmonien» ein: Gemeinsam steigern sie sich zum hymnischen Schluss. Beethoven spannte in der Chorfantasie Klavier, Soli und Chor zusammen, weil er seinerzeit einen krönenden Abschluss für seine große Akademie brauchte und er alle Beteiligten zusammenbringen wollte: Glücksfall einer spontanen Eingebung. Ein anderer Glücksfall ereignete sich im Jahr 1935, als der deutsche Komponist und Musikwissenschaftler Carl Orff in einer Bibliothek auf ein spannendes Konvolut lateinischer Verse stieß. Er wählte 25 der rund 250 Texte aus – mittelalterliche Vagantengedichte mit geistlichen Schauspielen, moralisch-satirische Versdichtungen sowie derbe Trink- und Liebeslieder. Daraus schuf er die «Carmina Burana», auf Deutsch «Beurer Lieder», eines der berühmtesten Werke der Musikgeschichte, dessen Wirkung bis heute ungebrochen ist und in dem das pralle Leben auf unnachahmliche Weise üppig gefeiert wird. Gleich mit vollen Segeln im Fortissimo heben seine «Carmina Burana» an, die Orff in unmittelbar mitreißende, archaisch-monumentale Klänge gegossen hat.
Während die «Carmina Burana» eine bald 90-jährige Interpretationsgeschichte mit unzähligen Aufführungen weltweit sowie zahlreichen Einspielungen aufweisen, steht im Mittelpunkt des ersten der vier Nachmittagskonzerte im Rudolf Buchbinder Saal ein junges Werk, das auf der Lyrik von Emily Dickinson basiert. Pulitzer-Preisträger Kevin Puts hat aus dem Werk der Dichterin, die zu den außergewöhnlichsten Literatinnen zählt, in enger künstlerischer Zusammenarbeit mit der gefeierten Mezzosopranistin Joyce DiDonato und dem mehrfach ausgezeichneten Ensemble Time for Three einen Liederzyklus geschaffen, der 24 Gedichte in Musik fasst. Jedes dieser Gedichte, so Joyce DiDonato, eröffne «einen eigenen Kosmos», mit dem titelgebenden knappen Gedicht zum Schluss: «No Prisoner be – / Where Liberty – / Himself – abide with Thee – (Keiner sei in Haft – / Wo sich Freiheit – / Dir zum Hausgenossen macht –)».
Emily Dickinson (1830 – 1886) schuf ihre literarischen Welten zu Hause, in ihrem Zimmer in Amherst in Massachusetts. Sie reiste nicht, verließ, soweit bekannt, sogar ihren Heimatort niemals. Anerkennung für ihr Werk fand sie zu ihren Lebzeiten nicht, und als sie mit 56 Jahren starb, sollte ihr kompletter Nachlass eigentlich verbrannt werden. Doch ihre Schwester erkannte rasch, was Emily hier hinterlassen hatte, und widersetzte sich ihren letzten Wünschen: So rettete sie für die Nachwelt knapp 1.800 Gedichte – ein beinahe unerschöpflicher Schatz, der nicht zuletzt immer wieder Komponist:innen zu Vertonungen anregt. Am berühmtesten ist heute der Zyklus «Twelve Poems by Emily Dickinson» von Aaron Copland. «No Prisoner be» von Kevin Puts, uraufgeführt bei den Bregenzer Festspielen 2025, ist eine der jüngsten Auseinandersetzungen mit Dickinson, die am 15. August 2026 nun auch in Grafenegg zu erleben sein wird.
Als großes, herrliches «Lied ohne Worte» könnte man Antonín Dvořáks h-Moll-Cellokonzert begreifen. Es zählt zu den berühmtesten Werken, für Rudolf Buchbinder ist es schlicht «das perfekte Konzert». Wer könnte ihm hier widersprechen? Auch Julia Hagen, einstige Meisterschülerin von Heinrich Schiff und mittlerweile in die erste Reihe ihrer Profession aufgestiegen, gerät sofort ins Schwärmen: «Es ist vielleicht das schönste Cellokonzert». Der Melodienreichtum Dvořáks findet an diesem Abend mit dem European Union Youth Orchestra unter der Leitung des spanischen Dirigenten Gustavo Gimeno in Anton Bruckners Sechster Symphonie einen monumentalen Widerpart. Allerdings stecken in den großen Werken Bruckners stets auch weit ausgesungene lyrische Abschnitte: Niemand schrieb schönere Adagios als Bruckner in seinen späten Symphonien, zu denen die Sechste gerade schon gezählt werden darf. Gemeinsam mit der Fünften und Siebten ist sie die einzige vollendete seiner Symphonien, die ihr Schöpfer nie überarbeitet hat. Im März 1896 besuchte Dvořák während eines Wien-Aufenthalts Bruckner in dessen Wohnung im Schloss Belvedere. Man war sich sympathisch, Bruckner war gerührt. Beim Abschied begleitete er seinen Kollegen hinaus, winkte ihm nach und warf Kusshände, bis der Wagen nicht mehr zu sehen war. Der Mystiker Bruckner und der Musikant Dvořák: Zwei höchst unterschiedliche Charaktere, verbunden in der Unsterblichkeit ihrer Musik.
In seinem Cellokonzert verarbeitete Dvořák eine berührende Melodie aus seinem Lied «Lasst mich allein» op. 82/1. Es war das Lieblingslied seiner Schwägerin und Jugendliebe, der Schauspielerin Josefina Kounicová, die 1895 während der Komposition des Konzerts verstarb.
Ganz im Zeichen großer Lieder steht die Matinee am ersten Festivalwochenende, die kein Geringerer als der Tenor Piotr Beczała gemeinsam mit der französischen Liedpianistin Sarah Tysman gestaltet. Der Publikumsliebling von der Wiener Staatsoper bis zur New Yorker Met, der seit Jahrzehnten im Mittelpunkt jeder Opernaufführung steht, taucht tief ein in eine Welt, die das, was man gemeinhin als «slawische Seele» verstehen mag, am schönsten offenbart. Er verbindet die außerhalb seines Heimatlandes Polen wenig bekannten, innig-expressiven Lieder seines Landsmanns Mieczysław Karłowicz mit großen romantischen Liedern von Antonín Dvořák, Pjotr Iljitsch Tschaikowski und Sergej Rachmaninow. Manche dieser stets ganz ins Herz treffenden Stücke scheinen wie geschaffen für die Opernbühne, der Beczała in drei Arien aus Tschaikowskis «Eugen Onegin», Dvořáks «Rusalka» und Stanisław Moniuszkos «Straszny Dwór» an diesem Vormittag auch seine Reverenz erweist.
Dass man auch am Klavier singen kann, das beweist am Abend des 16. August 2026 ein junger Pianist: «Im Klavierspiel von Colin Pütz verbinden sich technische Brillanz und Ausdruckskraft mit einer berührenden Natürlichkeit», so Rudolf Buchbinder – und das nicht ohne Grund: Er selbst wählte den jungen deutschen Pianisten als Preisträger des renommierten Schweizer Klavierpreises Prix Serdang 2025 aus. Dass Pütz nun in Grafenegg debütiert, ist somit auch ein weiteres Zeichen der persönlichen Wertschätzung durch den künstlerischen Leiter. Am Programm steht Beethovens 1. Klavierkonzert, ein frühes, aber aufgrund seiner Dimensionen und Tiefe «ganz großes» Konzert, wie Buchbinder betont. Bei Tschaikowskis «Pathétique » erübrigt sich jeglicher Hinweis auf Größe und Ausdruckskraft, sie zählt schlicht zu den Meilensteinen der Musikgeschichte. Domingo Hindoyan, gefeierter Chefdirigent des Royal Liverpool Philharmonic Orchestra und designierter Musikdirektor der Los Angeles Opera, leitet das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich.
Festivalwochenende 2
21/08 – 23/08/2026Ein Treffen der Generationen steht am Beginn des zweiten Festivalwochenendes: Musik von Krzysztof Penderecki, des ersten Composer in Residence in Grafenegg, und von Olga Neuwirth, die 2026 als 20. diesen Titel trägt, stehen gemeinsam mit den neuesten Werken der Teilnehmer:innen des Composer-Conductor-Workshops «Ink Still Wet» im Mittelpunkt eines Konzertabends. Als Solist der im Februar 2026 in München uraufgeführten Rhapsodie für Klarinette mit Orchester «Zones of Blue» von Olga Neuwirth ist der Composer in Residence 2014 aufgeboten, der Widmungsträger Jörg Widmann. Am Dirigentenpult steht der Composer in Residence 2017, Brad Lubman. Die Partitur von Olga Neuwirths «Zones of Blue» trägt im Vorspann das Gedicht «Blue Song» von Tennessee Williams, worin es u. a. heißt: «I am tired. / Tired of speech and of action.» Die Komposition entstand im Andenken an ihren 2023 verstorbenen Vater, Harald Neuwirth.
Apropos Olga Neuwirth: Wenn sie Musik schreibt, geschieht das fieberhaft und unter Hochdruck. 1968 in Graz geboren, zählt sie zu den erfolgreichsten österreichischen Komponistinnen – eine vielseitige Weltbürgerin, die in Wien, San Francisco und Paris Musik, Malerei und Film studierte. Inspiriert u. a. von Adriana Hölszky, Tristan Murail und Luigi Nono, überschreitet ihr Schaffen konsequent Genregrenzen und bezieht Literatur, Film, Bildende Kunst und Naturwissenschaften mit ein.
Frühe Erfolge erzielte sie mit Elfriede Jelinek, etwa in den Miniopern «Der Wald» und «Körperliche Veränderungen» sowie im Musiktheater «Bählamms Fest». 2026 folgt in Hamburg die Oper «Monster’s Paradise», erneut nach einem Libretto von Jelinek. Neuwirth komponierte für führende Institutionen wie das New York Philharmonic, das Lucerne Festival sowie das London Symphony Orchestra und engagierte sich ebenso in der Jazz- und Improvisationsszene. Für ihr interdisziplinäres Werk erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Ernst von Siemens Musikpreis und den Großen Österreichischen Staatspreis. Ihre Musik ist weltweit präsent – von der Carnegie Hall bis zur Royal Albert Hall. Mit «Orlando» war sie 2019 die erste Frau, die einen Kompositionsauftrag der Wiener Staatsoper für die große Bühne realisierte. Seit 2021 ist sie Professorin an der mdw in Wien. 2026 prägt sie als Composer in Residence den Composer-Conductor-Workshop «Ink Still Wet» in Grafenegg.
Einer der international bedeutendsten Komponisten seiner Zeit, in gewisser Weise ein Superstar, war Dmitri Schostakowitsch, der in seiner Heimat, der Sowjetunion, aber oft mehr Aufmerksamkeit bekommen sollte, als ihm lieb war. Sein größter Fan und sein größter Feind war Josef Stalin, er kostete den verängstigten Komponisten über Jahre den ruhigen Schlaf und die Lebensfreude, spätestens seit der Zeit des sogenannten «Großen Terrors» 1936 bis 1938, der wahllos auch Musiker, Intellektuelle und Künstler zum Opfer fielen. 1933 war Schostakowitschs Welt noch in Ordnung, soweit das im damaligen Sowjetreich möglich war. Er lebte frisch verheiratet mit seiner Frau, seine Karriere verlief positiv, er engagierte sich bei einem Theater für proletarische Arbeiter, was seinem Ansehen beim Politbüro nützt. Man ließ ihn in Ruhe, und er komponierte. In dieser für ihn einigermaßen entspannten Phase entstanden auch die 24 Klavier-Präludien op. 34, ein äußerlich an den 24 Préludes op. 28 von Chopin orientierter Zyklus und Vorläufer der späteren großen Präludien und Fugen op. 87.
Vor gut sieben Jahrzehnten formierte sich in Luzern ein Kammerorchester, das seinerseits zur Weltklasse zählt. Es war am 26. August 1956, als die von den Geigern Wolfgang Schneiderhan und Rudolf Baumgartner ins Leben gerufenen Festival Strings Lucerne ihr Gründungskonzert spielten. Kurz vor ihrem 70. Geburtstag macht das weltberühmte Ensemble mit seinem künstlerischen Leiter Daniel Dodds in Grafenegg Station – mit einem traumhaften Programm: Edward Elgars frühe Streicherserenade vereint in ihren drei Sätzen pastoral-elegisches Idyll mit Spielwitz, während Wolfgang Amadeus Mozarts «Jupiter»-Symphonie hinter der majestätischen Maske sofort die andere, melancholisch-tragische Seite seiner Seele und seiner Musik offenbart. Sein Konzert für Flöte, Harfe und Orchester zählt nicht zuletzt wegen der ungemein sensiblen Instrumentierung zu seinen innigsten Schätzen, ideal für das erlesene Duo aus den Reihen der Wiener Philharmoniker, Soloflötist Karl-Heinz Schütz und Soloharfenistin Anneleen Lenaerts.
Cyrano de Bergerac ist der Titelheld des gleichnamigen Versromans von Edmond Rostand. Dem darin porträtierten Dichter mit der großen Nase setzte der niederländische Komponist Johan Wagenaar ein Denkmal in Form einer romantischen Ouvertüre für großes Orchester. Diesem auftrumpfenden, knapp viertelstündigen Heldenepos in Tönen folgt eines der schönsten Instrumentalkonzerte der Musikgeschichte, interpretiert von einem der führenden Klarinettisten der Gegenwart: Der Schwede Martin Fröst spielt Wolfgang Amadeus Mozarts Klarinettenkonzert auf jenem Instrument, für das es einmal gedacht war: die dunkler timbrierte Bassettklarinette. Und zum Abschluss des zweitägigen Gastspiels des Rotterdam Philharmonic Orchestra mit Lahav Shani: Johannes Brahms, der es liebte, seine Zeitgenossen mit falschen Hinweisen auf seine Werke in die Irre zu führen. So schrieb er über seine Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 73 an seinen Verleger: «Ich habe noch nie so was Trauriges, Molliges geschrieben: die Partitur muß mit Trauerrand erscheinen.» Da lachte sich Brahms ins Fäustchen, gilt diese sonnendurchflutete Symphonie doch als ganz besonders innig-strahlendes Beispiel seiner Kompositionskunst. Und so werden am Abend des 23. August 2026 die schönsten Sommerklänge den Wolkenturm umwehen – als ein Gruß vom Wörthersee, wo die Zweite Brahms im Jahr 1877 entstanden ist.
Festivalwochenende 3
27/08 – 30/08/2026Am 22. Dezember 1808 hob Ludwig van Beethoven als Solist im Theater an der Wien sein G-Dur-Klavierkonzert aus der Taufe, am selben Abend wie die Chorfantasie, mit der Rudolf Buchbinder das Grafenegg Festival 2026 eröffnet. Mehr als 200 Jahre nach der Uraufführung ist das G-Dur-Konzert auf ganz eigene Art immer noch revolutionär: «Allein die Idee, ein Klavierkonzert so zu beginnen!», verweist Rudolf Buchbinder auf die Eröffnung des Konzerts mit Klaviersolo: «Es ist ein so inniges, romantisches Stück, mit tiefster Seele empfunden.» Einer, der stets tief in die Musik eintaucht, ist Fabio Luisi, dessen Danish National Symphony Orchestra erstmals in Grafenegg zu Gast ist. Sie bringen Brahms mit, betrachtet durch die Brille Arnold Schönbergs, der im amerikanischen Exil das g-Moll-Klavierquartett op. 25 für großes Orchester instrumentiert hat. «Man mag das Originalquartett gar nicht mehr hören, so schön klingt die Bearbeitung», zeigte sich 1938 der Uraufführungsdirigent Otto Klemperer begeistert. Klemperer dirigierte 1920 übrigens auch die Kölner Uraufführung von Erich Wolfgang Korngolds am Ende der dritten Festivalwoche konzertant aufgeführten Oper «Die tote Stadt». Schönberg formulierte seine eigenen Gründe für das Arrangement so: «1. Ich liebe das Stück. 2. Es wird selten gespielt. 3. Es wird immer sehr schlecht gespielt, weil der Pianist desto lauter spielt je besser er ist, und man nichts von den Streichern hört. Ich wollte einmal alles hören, und das habe ich erreicht.»
Alles hören: Das wollte auch Richard Wagner, und zwar genau so, wie er es sich in seinen Träumen vorgestellt hatte. Damit das gelingen konnte, ersann er ein eigenes Opernhaus, das ganz nach seinen Vorstellungen funktionieren sollte. Und so entstanden die Pläne zum Bayreuther Festspielhaus, das 1876,also vor 150 Jahren eröffnet wurde. Bereits 2024 reiste das Orchester der Bayreuther Festspiele für das erste Österreich-Gastspiel seiner Geschichte nach Grafenegg, 2026 kehren die Gäste aus Bayern zurück. Nach Auszügen aus der «Walküre» stehen diesmal Exzerpte aus Wagners letzter Oper «Parsifal» auf dem Programm, das einzige maßgeschneidert für das dann schon existierende Festspielhaus in Bayreuth entstandene Werk, uraufgeführt im Juli 1882. Pablo Heras-Casado steht am Pult, die Titelpartie singt der österreichischen Kammersänger Andreas Schager.
Die so vielfältige Welt der Oper zieht sich auch durch das Programm des dritten Samstagnachmittagskonzert im Rudolf Buchbinder Saal. Gleich zu Beginn spielen Sieben Violoncelli im Alleingang die Ouvertüre zu Gioachino Rossinis letzter Oper: «Guillaume Tell» verträgt sich im Arrangement des Cellisten Blaise Déjardin hervorragend, ebenso wie das komplett anders geartete, berühmte Blumenduett aus der Indien-Oper «Lakmé» von Léo Delibes, das der Pianist und Komponist Jêrome Ducros für die außergewöhnliche Besetzung destilliert hat. Der Meistercellist und seine sechs Mitstreiter:innen am vielleicht schönsten Streichinstrument: Gautier Capuçon und Capucelli vollbringen das Kunststück, quer durch die Musikgeschichte zu pflügen und einen Schatz nach dem anderen zutage zu fördern. Der weltberühmte und in Grafenegg gerne gesehene Gast zählt zu den herausragenden Cellovirtuosen unserer Zeit. Als ebenso leidenschaftlicher Lehrer führt er sein Engagement für die Meisterklasse an der Foundation Louis Vuitton fort. Teil der Capucelli werden dabei stets nur die besten Cellist:innen und Preisträger:innen seiner «Classe d’Excellence de violoncelle». Das Programm mit Musik aus allen Genres und Stilrichtungen umfasst Bearbeitungen und Transkriptionen für dieses einzigartige Spezialensemble, das neben dem selbstverständlichen künstlerischen Ausnahmerang unbändige Spielfreude nach Grafenegg mitbringt. Hinzu kommen auch extra für das Ensemble komponierte Werke wie die «Heptasyllabes» für sieben Violoncelli op. 86 des französisch-schweizerischen Komponisten Richard Dubugnon.
Extra für seinen Freund und Förderer, Erzherzog Rudolph von Österreich, komponierte Ludwig van Beethoven 1808/09 sein großes Es-Dur-Klavierkonzert op. 73. Anfang Mai 1809 floh die kaiserliche Familie, darunter auch der Erzherzog, vor den heranrückenden napoleonischen Truppen aus Wien in die ungarischen Reichsgebiete. Genau diese Zeit, als Beethoven ebenso wie die restliche Wiener Bevölkerung unter der Besatzung litt – «verfluchter Krieg», klagte er im September 1809 in einem Brief –, spiegelt sich auch in der Musik seines 5. Klavierkonzerts. Beinahe eineinhalb Jahrhunderte später, im Jänner 1945, inmitten des Zweiten Weltkriegs, kam die 5. Symphonie von Sergej Prokofjew zur Uraufführung. Prokofjew wollte darin «den Triumph des menschlichen Geistes» symbolisiert haben. Beethoven und Prokofjew schrieben sich im Angesicht der Bedrohung von Leib und Leben wahrhaft heroische Werke aus der Seele, virtuose Funken inklusive. Dass an diesem Abend auch orchestral Funken sprühen werden, dafür sorgt das Royal Concertgebouw Orchestra, das stets unter den Top 5 der Orchester der Welt rangiert. Ebenso hoch gehandelt werden heute Göteborg- und Philharmonia-Chef Santtu-Matias Rouvali sowie der Grammy-Preisträger Víkingur Ólafsson am Klavier.
Musik, die losgelöst von Raum und Zeit wie entrückt wirkt: Das sind die beiden Klaviertrios von Franz Schubert. Der oft rasche Wechsel oder sogar die Gleichzeitigkeit von Lebensfreude und Trostlosigkeit fand in den Werken Schuberts seine Vollendung. Dabei entstanden seine zwei großen Klaviertrios wie nebenbei, im Falle des B-Dur-Trios weiß man nicht einmal, wann. Als die Druckausgabe des Es-Dur-Trios im Dezember 1828 ausgeliefert wurde, war Schubert schon tot. Das B-Dur-Trio erschien überhaupt erst 1836. Und trotz dieser ungünstigen Umstände zählen beide Werke heute zu den Höhepunkten des Genres, ihr Zauber hält uns bis heute fest in seinem Bann. Sie sind zeitlos, wirken stets unmittelbar und beinahe wie soeben komponiert, vereinen einen zupackenden, ungemein energetischen Impetus mit den traurigsten und tiefsten Momenten, die es in der Musik gibt. Rudolf Buchbinder faszinieren diese Trios bereits sein ganzes Pianistenleben lang. Bei der Matinee in Grafenegg lud er sich zwei kongeniale Partner ein, mit denen ihn langjährige künstlerische Freundschaften verbinden: den Geiger Nikolaj Szeps-Znaider und Gautier Capuçon am Violoncello.
Wie gehen Menschen mit Trauer und Traumata um? Die große Zeit des Psychoanalytikers Sigmund Freud schlug sich auch in der Kunst nieder. «Die tote Stadt» erzählt die Geschichte von Paul, der um seine verstorbene Frau Marie trauert, sich in ihr Ebenbild Marietta verliebt und mit Vergangenheit und Zukunft ringt. Am Ende erkennt er, dass ihm die Zukunft offensteht und entscheidet sich für die Welt der Lebenden. Für Rudolf Buchbinder und zahllose Liebhaber des Genres zählt Erich Wolfgang Korngolds Oper zu den Höhepunkten der Musikgeschichte. Die farbenprächtig instrumentierte Partitur, die bereits auf den späteren Filmmusikkomponisten Korngold verweist, sowie Evergreens wie das Duett «Glück, das mir verblieb» und die Bariton-Arie «Mein Sehnen, mein Wähnen» sorgen seit der Doppel-Uraufführung 1920 in Hamburg und Köln für Begeisterung. Otto Klemperer dirigierte damals in Köln, einer der bedeutendsten Interpreten des 20. Jahrhunderts. In Grafenegg steht mit Axel Kober einer der gefeierten Operndirigenten unserer Zeit am Pult, und auch Camilla Nylund als Marietta, Eric Cutler als Paul und Samuel Hasselhorn als Frank sorgen als ideales Trio für große, eindrückliche Opernmomente am Wolkenturm.
Festivalwochenende 4
02/09 – 06/09/2026Das vierte Festivalwochenende – oder besser: die vierte Festivalwoche – beginnt am Mittwoch mit einem sensationellen späten Debüt. Doch halt, spät? In Martha Argerichs Leben gibt es kein «spät», sie wirkt zeit- und alterslos, spielt in ihren 80ern mit jenem Feuer, das sie sich ein Leben lang durch ungebrochenen Fleiß, grenzenlose Neugier und den nie versiegenden jugendlichen Elan des einstigen Wunderkinds erhalten konnte. Das verbindet sie mit Rudolf Buchbinder, die beiden kennen einander seit Wiener Studienjahren. Während sie das Glück hatten, als lebenslang befreundete Zeitgenossen füreinander stets nur Bewunderung zu hegen, plagte den jungen Johannes Brahms ein übermächtiger Geist aus der Vergangenheit: Der «Schatten Beethovens» verfolgte ihn und bremste lange seine symphonischen Pläne aus. Beethovens eigenes B-Dur-Klavierkonzert vereint hingegen, frei von jedem Zweifel, Spielwitz, Widerborstigkeit und lyrische Momente. Doch Brahms überwand den übermächtigen Ahnen und schrieb vier herrliche Symphonien. Bei seiner süffig-schwermütigen Vierten in e-Moll hatte Brahms seinen eigenen Weg längst gefunden.
Einer, der zwar auch viele Zeitgenossen und Vorbilder hatte, sich von ihnen aber nie plagen ließ, war Wolfgang Amadeus Mozart. Seine sogenannte «kleine» g-Moll-Symphonie KV 183 strahlt eine dramatische Größe aus, die selbst in seinem so vielfältigen Œuvre selten ist. Ihren minimalistischen Beinamen trägt sie nur wegen der späteren, viel berühmteren g-Moll-Schwester KV 550. Der 17-jährige Salzburger vollendete diese seine 25. Symphonie 1773. So viele Symphonien schrieb Gustav Mahler nicht: 115 Jahre nach Mozart setzte er den Schlussstrich unter seine 1. Symphonie. Sie sollte ihn auch später im Leben immer wieder beschäftigen, er überarbeitete sie, feilte an ihr, gab ihr einen Namen und strich ihn wieder aus. Doch wer wollte ihm das verdenken? Eine «ganze Welt» in Tönen errichten, das braucht Zeit. Und es wurde eine große, märchenhafte Welt: Geheimnisvoller Naturlaut, Volksliedmelodik, übersteigerte Tanzszenen und ein Finale, in dem sich Höllenschlünde aufreißen und der Himmel im Triumph den Sieg davonträgt. Zeitlebens lief der Dirigent Mahler dem Komponisten gerade noch den Rang ab, zählte er doch zu den größten Pultstars seiner Epoche.
Mahlers Zeitgenosse Richard Strauss überlebte den vier Jahre älteren nicht nur um mehr als 30 Jahre, er wagte sich auch als Komponist auf ein Feld, das Mahler letztlich verschlossen blieb: die Oper. Nicht nur das, Strauss’ Opern wurden Welterfolge, die bis heute zu den Grundsäulen des Opernrepertoires weltweit zählen. So legendär wie die Partien sind auch die Sängerinnen, die in seine Titelrollen schlüpften. Beinahe über Nacht zum Weltstar sang und spielte sich etwa die litauische Sopranistin Asmik Grigorian als sensationelle Salome bei den Salzburger Festspielen 2018. Zu ihren jüngsten Erfolgen zählt die Titelpartie in einem anderen Repertoire, Vincenzo Bellinis «Norma» am Theater an der Wien: In so weit voneinander entferntem Repertoire gleichermaßen zu reüssieren, das vermochten stets nur die größten Künstlerinnen. In Grafenegg debütiert Asmik Grigorian mit «Casta Diva», der Auftritts-Cavatine der Norma, und der großen Schlussszene der Salome. Orchestrale Kontrapunkte zu Bellini und Strauss setzt das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich unter seinem Chefdirigenten Fabien Gabel – mit der Ballettmusik aus Giuseppe Verdis «Macbeth», dem kurzen, virtuosen Orchesterstück «Salomé» der französischen Komponistin Mél Bonis und mit «Fontane di Roma» von Ottorino Respighi, der den Zauber Italiens in orchestrale Pracht à la Richard Strauss kleidete.
Ein besonders hell leuchtender Stern am Klavierhimmel ist Alexandre Kantorow. Das Musizieren des französischen Pianisten wirkt gleichzeitig höchst durchdacht und erfrischend spontan, gedankenvoll und impulsiv. Dass sich in seinem Spiel obendrein eine schlackenlose Technik mit untrüglicher Stilsicherheit paart, festigt seinen Ruf als einer der großen Pianisten unserer Zeit. Mit 22 gewann er 2019 den berühmten Tschaikowski-Wettbewerb und konnte neben der Goldmedaille auch den Grand Prix für sich verbuchen, eine Auszeichnung, die in der seit 1958 ausgetragenen Geschichte des Wettbewerbs erst dreimal vergeben wurde. Das finale Nachmittagskonzert des Festivalsommers 2026 bietet dem Publikum die seltene Möglichkeit, den Ausnahmemusiker live im intimen Rahmen des Rudolf Buchbinder Saals zu erleben. Die Musik für sein Grafenegg-Debüt spiegelt das unbestechliche Künstlertum Kantorows wider: Frédéric Chopins tieftrauriges Prélude cis-Moll op.45 eröffnet einen Kosmos der großen Gefühle und philosophischen Tiefe, der nach der selten aufgeführten Sonate op. 5 von Nikolai Medtner herrlich logisch in Ludwig van Beethovens Sonate op. 111 mündet, einem der besonderen, geheimnisumwitterten Musikstücke, die Interpret:innen seit Anbeginn zu faszinierenden Deutungen inspiriert.
Es gibt auch Musikstücke, deren Bedeutungswelt einfach in jeder Hinsicht schlichte Schönheit ist, sei es inhaltlich oder musiksprachlich. Aaron Coplands 1944 uraufgeführtes «Appalachian Spring» ist ein Klassiker amerikanischer Musik: Natur, Gemeinschaft, Liebe und Religion – mit dem Shakerlied «Simple Gifts» als Verherrlichung eines schlichten Lebens. Wenn ein Musikstück die Ideale eines gemeinschaftlichen, von wechselseitigem Respekt getragenen Lebens widerspiegelt, dann ist es dieses. Coplands Zeitgenosse Samuel Barber wurde 1963 für sein hochvirtuoses, deutlich komplexeres Klavierkonzert mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Nicht weniger als Barbers Konzert verlangt Sergej Prokofjews 3. Klavierkonzert der ganz besonderen Solistin ab, die solche und andere Aufgaben mühelos virtuos meistert: die aus China stammende Pianistin Yuja Wang, ein weiteres wahres Klavier-Phänomen unserer Zeit. Das famose Mahler Chamber Orchestra, das diesen Abend in allen Orchesterfarben schillern lässt, wurde übrigens 1997 von Claudio Abbado mit ins Leben gerufen und macht seinem Gründer auch heute noch alle Ehre.
1972 ist das Gründungsjahr eines berühmten Streicherensembles, das aus einem vollen Dutzend Violoncelli besteht. Die Violoncellogruppe der Berliner Philharmoniker kam damals im Studio zusammen, um auf Wunsch des ORF Salzburg Julius Klengels «Hymnus» einzuspielen. Gesagt, getan, fand man Gefallen am Spiel ganz unter sich – und blieb dabei. Seit mehr als 50 Jahren konzertieren die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker zusammen und gestalten am finalen Festivalsonntag 2026 eine Matinee in Grafenegg. Was diese zwölf Streicher machen, würde mit einer anderen Instrumentengruppe kaum so gut funktionieren. Denn die zweitgrößten Vertreter der Streicherfamilie steigen auf in hohe Lagen und sorgen gleichzeitig für ein tiefes Fundament, bieten facettenreiche Klangfarben und halten geklopft und geschlagen selbst als Rhythmusgruppe her. So vielfältig wie die musikalischen Möglichkeiten ist auch ihr stilistischer Einsatz – eine Bandbreite, die vom bereits erwähnten «Hymnus» über französische Chansons bis hin zu Jazz mit amerikanischem Ursprung und ebenbürtig arrangierter Filmmusik reicht.
Was für ein Finale: Zwei legendäre Interpreten, die gemeinsam weit mehr als ein Jahrhundert an Berufserfahrung mitbringen, musizieren mit jungen Menschen im ersten Jahrzehnt ihrer Laufbahn. Riccardo Muti feiert sein Grafenegg-Debüt mit Rudolf Buchbinder: Beide verbindet ihre Neugier, ihre Spontanität und ihr Humor – drei Zutaten, die ein langes, glückliches Musikerleben erst möglich machen. Gemeinsam sorgen sie für die Weitergabe großer Musiziertradition an die nächste Generation. Riccardo Muti setzte sich als einer der berufensten Interpreten sein Leben lang für die Musik Giuseppe Verdis ein. Nach Grafenegg bringt er die Ballettmusik aus «I vespri siciliani» mit und das Notturno des in unseren Breiten viel zu wenig gespielten Giuseppe Martucci – sowie als Auftakt die Ouvertüre zu Domenico Cimarosas Oper «Il matrimonio segreto». «Allzeit habe ich mich zu den Größten Verehrern Mozarts gerechnet», schrieb Ludwig van Beethoven 1826, und er werde es «bis zum letzten Lebenshauch» auch bleiben. Rudolf Buchbinder verabschiedet sich an diesem Abend mit Mozarts d-Moll-Konzert – und auch mit Beethoven, der für den ersten Satz des Konzerts seines verehrten Mozart eine bis heute unerreichte, berühmte Kadenz komponierte. Mit diesem Konzert endet eine Ära: Rudolf Buchbinder wird als Pianist auch in der Zukunft Grafenegg seine Treue halten. Als künstlerischer Leiter aber wird er nach 20 erfolgreichen, unvergesslichen Sommern am 6. September 2026 Adieu sagen.
Festival-Eröffnung
Philharmonia Orchestra London · Cristian Măcelaru · Nikola Hillebrand · Nicholas Phan · Germán Olvera · Rudolf Buchbinder · Wiener Singverein · Wiener Chormädchen
BEETHOVEN / ORFF
«Emily – No Prisoner Be»
Joyce DiDonatoTime for Three · Joyce DiDonato
PUTS
European Union Youth Orchestra
Gustavo GimenoEuropean Union Youth Orchestra · Gustavo Gimeno · Julia Hagen
DVOŘÁK / BRUCKNER
Piotr Beczała
Sarah TysmanPiotr Beczała · Sarah Tysman
KARȽOWICZ / MONIUSZKO / DVOŘÁK / TSCHAIKOWSKI / RACHMANINOW
Tonkünstler-Orchester
Domingo HindoyanTonkunstler Orchestra · Domingo Hindoyan · Colin Pütz
BEETHOVEN / TSCHAIKOWSKI
«Zones of Blue»
Neuwirth in GrafeneggTonkunstler Orchestra · Brad Lubman · Participants of the composer conductor workshop «Ink Still Wet» · Jörg Widmann
ARAFAH / CHOI / GILLEROT / GODARD / KIM / PENDERECKI / NEUWIRTH
Sergei Dogadin
Daniil TrifonovSergei Dogadin · Daniil Trifonov
PROKOFJEW / SCHOSTAKOWITSCH
Rotterdam Philharmonic Orchestra
Rudolf BuchbinderRotterdam Philharmonic Orchestra · Lahav Shani · Rudolf Buchbinder
BRAHMS / BEETHOVEN
Festival Strings Lucerne
Daniel DoddsFestival Strings Lucerne · Daniel Dodds · Karl-Heinz Schütz · Anneleen Lenaerts
ELGAR / MOZART
Rotterdam Philharmonic Orchestra
Martin FröstRotterdam Philharmonic Orchestra · Lahav Shani · Martin Fröst
WAGENAAR / MOZART / BRAHMS
Danish National Symphony Orchestra
Rudolf BuchbinderDanish National Symphony Orchestra · Fabio Luisi · Rudolf Buchbinder
NIELSEN / BEETHOVEN / BRAHMS
Bayreuther Festspielorchester
Pablo Heras-CasadoBayreuther Festspielorchester · Pablo Heras-Casado · Miina-Liisa Värelä · Andreas Schager · Jordan Shanahan · Georg Zeppenfeld
WAGNER
Gautier Capuçon
CapucelliGautier Capuçon · Capucelli
ROSSINI / DUNCKEL / PIAZZOLLA / DELIBES / TSCHAIKOWSKI / BARNES / VERDI / ET AL.
Royal Concertgebouw Orchestra
Víkingur ÓlafssonRoyal Concertgebouw Orchestra · Santtu-Matias Rouvali · Víkingur Ólafsson
BEETHOVEN / PROKOFJEW
Rudolf Buchbinder
Nikolaj Szeps-Znaider · Gautier CapuçonRudolf Buchbinder · Nikolaj Szeps-Znaider · Gautier Capuçon
SCHUBERT
«Die tote Stadt»
Erich Wolfgang KorngoldTonkunstler Orchestra · Axel Kober · Eric Cutler · Camilla Nylund · Samuel Hasselhorn · u. a.
KORNGOLD
Münchner Philharmoniker
Martha ArgerichMünchner Philharmoniker · Lahav Shani · Martha Argerich
FARRENC / BEETHOVEN / BRAHMS
Wiener Philharmoniker
Tugan SokhievVienna Philharmonic · Tugan Sokhiev
MOZART / MAHLER
Tonkünstler-Orchester
Asmik GrigorianTonkunstler Orchestra · Fabien Gabel · Asmik Grigorian
RESPIGHI / BELLINI / VERDI / BONIS / STRAUSS
Alexandre Kantorow
Alexandre Kantorow
CHOPIN / MEDTNER / AHO / BEETHOVEN
Mahler Chamber Orchestra
Yuja WangMahler Chamber Orchestra · Teddy Abrams · Yuja Wang
COPLAND / BARBER / DUKAS / PROKOFJEW
Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker
KLENGEL / FRANÇAIX / LEGRAND / SCHOSTAKOWITSCH / GERSHWIN / ET AL.
Orchestra Giovanile Luigi Cherubini
Riccardo MutiOrchestra Giovanile Luigi Cherubini · Riccardo Muti · Rudolf Buchbinder
CIMAROSA / MOZART / MARTUCCI / VERDI